Fette Rosen


Erzählungen

Gatza-Verlag
Berlin 1991

Textauszug

Presse



























 




Sex - die andere Heimat


Was sie nicht kannten lag eines Tages plötzlich da - mit einem Zögern öffneten sie die Augen - es war zu blau, offen kam das mit Zügen, im Auto, drang plötzlich ins Dorf, längeres Haar, fremder Brauch, Nacktheit, Türken, Massen davon, beide Geschlechter liefen ins Feld um den Mais zu holen, machten Gänge durch den Wald. Vorbei sonntags am alten Haus fand sie die sich sonnenden frei. Sie suchte sie auf, ließ sich einladen vom Gelichter, den seltsam riechenden Männern, etwas wie Heu und dumpfe Erde hing um sie in Schwaden, Fetzen von Geruch, kam man nahe, stieg er in die Kleider. Man sollte sich ausziehen und sie spaltete die Haare, wartend vor dem Tor, wollte Teil sein, Staunen und Berühren, bohrte Löcher ins Kleid, kaute den Halm aus Gras, rauchte, bis einer sie rief eines Tages ins Haus und durch die knarrende Türe, Moder, Staub, und am Lager machte er sie breit, schob sie auf die Polster und die Zeit arbeitete, pochte etwas aus ihr gegen den Dunst des Dorfes, die Eltern, Saubersein, sie drehte sich und hatte Angst, und was sie je gehört, zerplatzte im Hirn, wie macht man es, ganz einfach, aber wie und wann was, welcher Teil berührt, also geschah es und die Figuren wankten, stürzten ab und er machte und sie wartete, bis es kam, aber es kam später dann, später als sie ihn verließ und über die Wiese heimging, schoß es heiß heraus, wieder Blut, so war es das erste Mal gewesen und der Fremde hatte es getan.



Die Zukunft, die Zukunft aufgeladen, Hinweis auf den Körper, denn die Hand lief hinunter den Bauch inmitten von Blüten, und dachte über den Weltraum nach und neue Kleidung. Die Möglichkeit eines Spaziergangs im All und wanderte weiter und fand sich zwischen Beinen, suchte und las und dachte über die Gräber nach, Könige, wo unter der Decke die Haare entstanden mit der Angst. Was wird sein, wenn du aufstehst, erstes Sichtbares, Änderung. Da sie sich mehr und mehr einschloß, betrachtete und vergaß, dachte sie immer an Körper, die Körper der anderen, wie das wohl aussah und die Antwort war verloren, die Frage bloß Furcht. Wie werde ich aussehen, warum wächst das Haar hier spät, sie wußte nicht und versteckt träumte sie zu fahren und zu vergehen.


Also kamen sie, Striemen von Blut in Gedanken, doch der Klee war warm und lagen aufeinander am Nachmittag vor dem Haus getrennt und später der Wein, Musik, Garten, trinken und mehr trinken, da strich sie ihm über den Rücken mit einer Hand und er zitterte, verstörte Pose, kam in Bewegung und sie hatte nicht geahnt wie schnell, ging diesen Weg, Körper, Rücken und die Folge, legte ihn, zog zu Boden in einem Zimmer, irgendeinem, wo sie sich bewegte, Angst, im Neinsagen nicht wild genug sein und hart. So nahm er hin, wo er entfernte, ihr Kleid und sie auf ihm, bloße hintere Seite und spürte Haut. Bis der Vater schrie, donnerte und sie aus dem Haus jagte, als sie lachend liefen, erschrocken durch Zweige und sich ins Gras legten, nackt, nahe der Erde, feuchter Boden unter einem Baum und wieder begannen sie das Spiel. Später morgens blickte er und sie hatte den Pfropfen am Bein, Blätter rauschten und er meine bloß, daß es schwer sei, immer wieder sehr schwer, als die Spaziergänger vorüberkamen, zog er sie wieder und verlor sich an Blättern, Wolkenform, während sie ein Gesicht sah und dachte, dachte, was geschieht? Wann endlich das Warme und rund in meinem Bauch, wann geschieht Erregung? Nach dem Anfang noch die Küsse, neuer Anfang, Füllung einsam, wann des anderen Fühlen? Und sie schlief nicht.


Und redeten bloß und rannten, schlugen sich die Zehen auf, da am Kies, wenn sie die Beine nicht hoben beim Laufen kam das Blut und beim Fluß trafen sie, trafen zusammen von allen Seiten, Baden, Liegen am Stein und Schlamm, eine Handvoll gegen den Feind, der Feind ist das Haar der Mädchen, Mädchen, Gekreisch und trotzdem die Wollust, die Spiele der Banden und gewaschen folgten die Strähnen schnell. So streckten sie entgegen, was nicht war, Ansatz von Rund, Brust, Hüfte, und morgen die Lippen und schon entblößt, voll Sorgen und voll der Worte im Mund, die von Bett, Aufwand, Hure sprachen und sexy, das Wort mit den fremden, seltenen Buchstaben, potent, von dem das Obszönste und lachten und Ohren sausten, wenn das Wort kam und eine Näherung, verbunden, wenn sich zwei so ansprachen und vermuteten, daß der eine wußte, wovon der andere sprach, und Angst, es zu tun, alles in diese Köpfe gebohrt, Kinderköpfe, Sommer, Zigaretten im Mund, Großsein und Kichern, Keuchen der Mädchen, kaputte Knie und sich ins Wasser zerren, Kopf ins Nass und Kreischen und Springen und hinter den Hosen die Formen ahnend. So rannte sie zwischen all denen mit dem großen Verbot nicht zu sprechen, zu schwimmen, sich nicht auszuziehen mit schweren Eingeweiden, da das Blut kam, konnte sie kaum stehen und lief doch einem Jungen nach, der sie nicht wollte, nicht einmal sah in Sommerschürze und mageren Knien, trotzdem Stolz und Voraussicht mit Blut aus dem Bauch und dem Inhalt seiner Badehose. Sie würde einmal die Frauenzeichen tragen, die Vereinigung war nah, klar.


Und Hosen von Leder und ein gelber Blick und ein Rock, ein Kleid und ein gelber Blick, bloß so tun, vor den Pferden, während alle anderen abziehen, die Suche nach dem Gefährten, einer Frau, wenn alles vorbei ist, in Hosen die Berührung von Leder und die Hand am Ton, die Brüste, bloß so tun und Pferde Pferde warten, wohnen im Stahl, im Mond und Mist streut sich übers Gras und vorher hat es geregnet, streift über die Nüstern der Pferde, kein Schutz und ein Latz vor der Brust aus Leder und Holz schließt an Holz, das Tor schließt, nachdem die anderen vergangen und besser als Danach ist die Erwartung, ein Leuchten, das Wissen, was wird geschehen, oder geschieht es nicht, wenn seine Hand an ihr greift und die Pferde zusehen, klappernd, Unverstand, das Riechen der Tiere und bloß so tun, denn draußen wartet der Regen, raschelndes Heu und Tiere verborgen und sich bewegen nach und nach, den Fuß vor den anderen, sie ist seine Braut und er plaziert die Beine, als sie fallen, schreit sie auf, denn man darf nicht im Stall und das Geräusch der Pferde verrät sie, und und und, als kein Mensch weit und breit und die Wiese und das hohe nasse Gras und sie fallen leicht, und er plaziert das Bein, die Verzögerung, das Angreifen und Wegschauen, ein krzer Abschied, wie, als er ihren Rock hochhob und sein Latz ging auf, dieses Gesicht, welches, ein rotes, ein gelbes Gesicht, dieser Blick, welcher, ein Glasblick, Bierblick, Tränenblick in den Himmel blau, blauer Blick aus der Hose, lederlasch der Mund sie weitete sich wenig, denn es regnete und sie wußte nicht, es war vielleicht ein Traum von Pferden und warum, warum waren sie geblieben, zurück im Traum, sie wollte nicht, nicht warten und vielleicht seine Hand im Dreieck der Beine, irgenwann, irgendwann das Streichen von Flanken, doch war dieses Reiben und ein kleines Holz, ein wenig wärmer, pulste so und war geworfen ins Gras, spürte sie die Last von Leder, blond, Lederfleisch, wozu blieb sie und ließ es tun, bloß so, das Holz steckte ein wenig sie an, kurz steckt er das winzige Holz und sie wartete, was würde geschehen, aber es regnete und das Wunder der Sonne blieb aus, bloß rund, gelber Blick, Schaumkraut, geknickte Halme, ein zerbrochener Wagen stand da, daneben und sie reckte sich irgendwie aus der Erde, alle würden es tun, hieß es und was der eine nicht tat, gab er den anderen, ein Stück Holz, lief weiter durch Hände, so hieß es und als er aufstand, kippte er den Latz hoch und ein Berühren von Lippen und sie wirrte das Haar ging, vorsichtig aufgelöst, ging sie durch die Hügel, das Tal, Grün, vier Kanten, ein Hof, Pferde, der Regen.



Da im Nebel, als der Sommer gewesen, am Tag und am Abend gab es Finsternis und dunkel zwischen Ähren und so gingen sie, davon, die Freunde durch die Nacht im Sommer und sprachen und fanden das Wasser, die Ähren und folgten dem Pfad und waren Kinder und jung und sprachen und waren alt und ihre Körper klein und warteten und gingen gleichzeitig den Weg des Abends, keuchend, sprechend, wartend und auch der Mond tönte, und ihre toten Stimmen schluckten die Zeit und die Alten saßen in Kleidern, in Hosen, im Murmeln schlichen sich die Alten ein, Mißtrauen und Aufhorchen und Besserwissen dröhnte ihnen nach, sie schwiegen nicht und sprachen alles nach und trommelten mit Händen ihren Weg, teilten, und das Gebüsch teilten sie mit Händen, am engen Weg stachen, die Dornen der Zweige ihren Arm und als Wärme, die Wärme stieg in ihnen auf und entgegen, vom Tag der Rest stieg auf, Sehnsucht, das Verlangen kannten sie aus einem Lied und sie sprachen und kannten nicht den Weg, nur einer hielt still und hörte und schwer die Nacht und blieb und ließ sich beschreiben und störte sich nicht, sein Gang war Wiege und er kroch das Feld entlang, die Ähren besprach er und sie blieb und kümmerte sich, suchte den Weg zu verstehen, seine Fährte, da er einen Bart trug, was würde geschehen und wie, stolz, warum verging Sonne, warum gab es den Tag und sie dachte und betrachtete ihn so, kriechend, kroch ihm nach, als er im Wasser stand ohne Kleider und sie wollte, daß er ihr zeige, wie das ging. Da war Bart nah und sie zog sich schnell aus und ließ ihre Haare und er betrachtete sie und so fing es an, aber dann war da das Ficken im Monde und wie es geschah, war es geschehen und war eng und schmerzte, drehte etwas Schweres in ihr um, als sie hinhielt ihr Teil und so wusch eine die andere Hand in dem Wasser im Sommer und Gestank kam vom Ufer, von den Ähren, sie sah nicht seinen Bart, so war er, aber er lobte sie, fand sie schön und sie fing sich, aber was blieb, das Feuchtschwere drehend in ihr und stieß an etwas wie Elektrizität, eine Leiter, wer stieg und der helle Ton, ein Weh, aber was war es, Hälfte Angst und Hälfte Wut, denn da war Nebel und sie zog sich an, ging weiter, Finsternishälfte, und ein Gestirn aus Haaren, Windungen eines Feld, Ähren, die Freunde ahnten kein Wort, kein Geschehen, im Sommer verloren, denn sie hatten kein Heim.


Aus dem Nichts fing es an, Spiel von Farben und plötzlich dasein, gepreßt zwischen Beine, Farben, ein neues sofort und so weiter, den Sommer durchhalten, die Beine frei, ein Sack voll Hämmer im Kasten, im Traum ein Geräusch, das Geschlecht bedeutet, eine ganze Nacht schlägt der Ton, der Kopf und ist heilig wie Pflanzen in der Nase, die Luft voll Wasser, schweigend, bloßer Marsch, sie lernten es am Bahnhof, im Schuppen, nachdem sie vom Fahrrad gefallen und in kleinen Häusern selbst gebaut und heimlich, wer Vater und wer Mutter war und wo sie sich berührten und wo es geschah hinter einem Baum, dem Holzstoß, nach ein paar Jahren und schaukeln, der Ast ließ sich bewegen und das Brett, sie drehten sich, kleine Mädchen, und eine bestimmte Stelle schlug an, Warmes steigen, Blitz im Fleisch und Feuer, sie stellten das an und schnell mußten sie es tun und niemand durfte sehen, war verboten, aus welchem Grund und luden andere ein und machten machten machten auch die Jungen nahmen ihr Teil und vor der Schule zogen sie an ihren Hosen und gingen nackt die Mädchen mit Schultaschen und farbigen Träumen, sie kannten schon das Wehen, Steigen,kleine Pferde und trieben sie an.

Sie kletterte, Sprosse nach Sprosse, zog sich hoch, Holz und Heu, der Boden war oben und unten spielten die Kinder, immer gefangen, immer schnell zwischen den Abstand von Pflaster und Gras springend, das war schlechtes Gebiet, verboten die Stufe, die Leitern und sie kletterte, gerufen zu ihm, dem schmutzigen Jungen, nicht der Name fiel ihr ein, immer zwischen Mopedteilen und Schmieröl, zerrissener Pullover und warum sie ihm folgte, war die Gefahr, das Nebenher ihres Nachmittags, der ausstieg, fort von den Kusinen und stieg hoch, wo er wartete ihr zu zeigen, das Neue, doch das kannte sie schon, sein Ding war da wie bei den Brüdern, kauerte im letzten Winkel, im Heu, na und, sie sollte es berühren und kneten und nahm es in die Hand, vollkommen beziehungslos, doch Geld war die Belohnung und sie zog und zog, stellte sich Euter vor, Melken, doch das Tier gab keinen Sinn, warum sollte sie es tun, sein Stöhnen erschreckte sie, es mußte also sein, gegen das Verbot, sich dort, da unten zu berühren und als er stöhnte, horchte sie auf, nein nein schrie er, weiter und sie mußte ziehen, ziehen, zerrte den Kopf heraus, hinein, ein ödes Spiel, heiß im Heu und sie nahm die Flasche ihren Lohn, Coca-Cola, trank sie aus und kletterte wieder, ein wenig zitternd nun in der Angst, jemand hätte sie gesehen.


Sie drängen sich an Motorräder, sie haben beschlossen schwarz zu sehen, die Geschwindigkeit, so gehen sie entlang der Straßen, zeigen sich, Hupen und hüftendrehend, nicht mehr die öden Wege von Kies und Fahrrädern. Nun, geparkte Maschinen, Sonntag in kurzen Hosen, dünnen Blusen und diese Hüften und Haare, frei, nach der Mayonaise, nach dem Fleisch. Und sie stiegen hinter die Rücken der Männer aus Leder, sie sind ganz leicht, legen die Füsse mit Sandalen auf die Halterung. Die Arme um den Bauch des Mannes, dicht und Lärm, laut, alle sehen, zusehen und man wird gesehen, die Gefahr und Wind nimmt den Atem, allein, sie müssen es lernen, drückt sich, näher, Kurven und das Knie streift fast den Boden, Asphalt, Achtung, ein paar Laute dringen aus dem Helm und Knoten in den Haaren mitten im Wald, eine Wirtschaft, abgestiegen , Bier und Wind, zerknittert vor Geschwindigkeit, wenn dann Motoren heulen, wer mit wem bedeutet und wer gehört wem? Wem gehöre ich? Wer will? Ich bin da, vorhanden und an der Tankstelle wird mich die Sonne verbraten. sie sassen dann an Benzin und Bier und Zungen drängten sich, einmal, zweimal, endlich die Zungen, schmeckten Sonntage und Eis und ein Anzug aus Leder drängte sich neben der Strasse an den Leib, rieb sich, ein Fahrer, himmelte, hässlicher Mann, aber das Motorrad, das Motorrad war wie zu zweit in die Hölle, eingehen, vordringen und verwischen des Morgens, des Alltags, des Ja-Sagens, auf der Maschine und lagen am Asphalt dann, blaue Flecken und sagte kein Wort von Schürfungen und Schnitten, drehten bloß auf.


Auf dem Zaun, auf dem Zaun wie die Vögel am Abend zwischen Dornen und Sträuchern mit Abstand vom Haus, es öffnet sich die andere Seite, abgeschnittene Hosen, Kassetten im Ohr, die Seite ist leer und sie erwarten Dunkel, plaudernd, Pausen abstürzend des Gesprächs und näher an der Straße die Fahrräder sausen mit offnem Mund, dieser Geschmack an den Lippen von Insektenblut, bittersein, Beine und Flügel, sie sprechen und der Tod rollt sich heraus neben dem Feuer, als sie sich berühren, Zufall, sie braten die Fische des Sommers, ein Schrei, weiße Fische in der Glut, am Fluß verblassen die Farben und klettern über den Zaun mit leisen Stimmen und funkelndem Haar neben dem Feuer, ein Druck der dauert, seiner Hand, Hilfe Beine steigen, Räuberleiter, ihr Fuß in seiner Hand, auf seiner Schulter, später, und später bleibt der Geruch von verkohlendem Holz und die Angst, es ware etwas geschehen, allein im Zimmer, als die Flammen tot, beißende Augen, denn allein das Denken daran ist Gefahr, kaum näher, heißt es schon, Gefahr, Achtung, paß auf, weg vom Körper, so stehts in dem Buch, das kalt ist und stumm und was sie berührte, wird warm.










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