Pressestimmen Sabine Scholl


Basler Zeitung, 4 April 1992 - Fette Rosen

Haut an Haut

Gut im Bild

Gut im Bild

Mnenosyne, Heft 16 1994 - Alle Ihre Körper

Der Standard, Donnerstag, 6 März 1997 - Alle Ihre Körper

 

















Basler Zeitung, 4 April 1992


Stumpfheit, Schönheit: Sabine Scholls "Fette Rosen"

(...)Die fünf Erzählungen, mit denen Sabine Scholl, Jahrgang 1959, nun als Autorin debütiert (sie veröffentlichte bereits ein Buch zu Unica Zürn, über die sie promovierte), gehen vom Ländlichen aus, beginnen mit einer Kindheit. «So wurden die Kinder wie die Tiere zur Arbeit verbracht»: das Leben auf dem Bauernhof, weit weg von Idyllik - ein dumpfes Nützlichkeitsdenken legt sich wie eine Glocke auf alles Empfindliche, Fühlende. Natur - das sind auch die Brände und das allgegenwärtige Sterben, und die, die hier leben, ist das ein Leben? Sie tun es, in festen Bahnen. «Es gab einen Spruch, der das Leben weiterführte, von Starre jedoch nicht befreite» - die Protagonisten der Sabine Scholl geben sich damit nicht zufrieden, gehen in die Stadt - "Geh auf die Seite, wild» -, wollen ins Freie, dem «Mass des Rasens» entrinnen, aber rasen in eine neue Stumpfheit, in eine andere Starre, immer in der Nähe: der Tod. Nun Drogen, «die Päckchen voll Hoffnung auf Entlassensein."Doch nichts ergab sich, nichts als Ödheit, Zerreissen der Nerven, Schwere,

alte Begegnung in neuem Schein". Oder der Versuch sexueller Entgrenzung: «Das andere Geschlecht erklärte sich, nunmehr durch die Leere».Das Bedrückende gestaltet Sabine Scholl in einer um Schönheit, Glanz und Dichte bemühten, sehr kunstvollen, gelegentlich gekünstelten und dunklen Sprache und schafft so eine zwar reizvolle, aber auch heikle Spannung zwischen dem, was dargestellt wird, und der Art, wie sie es darstellt. Kann die Schönheit in der Struktur das, was dumpf macht und tot, kann sie das unterlaufen, bannen? Es mag der Versuch sein, das Wesentliche zu erfassen, und zugleich der, sich am Schemenhaften nicht zu sehr die Finger zu verbrennen - das Debüt der jungen österreichischen Autorin, ihre um einen Sog bemühte Melodik kann nicht ganz überzeugen, und es ist doch ein bemerkenswertes Buch. «Jedes Bild», heisst es hier, «war nun recht, konnte recht werden, weil gemacht».

D. M. Graf -

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Sabine SCHOLL: Haut an Haut.


Roman. Berlin: Verlag Mathias Gatza 1993, 224 Seiten.



Nach ihrer virtuosen Erstveröffentlichung, dem Erzählband Fette Rosen (1991), liegt nun der erste Roman von Sabine Scholl vor. Der Bucheinband zeigt ein Foto der Autorin, deren Gesicht mehrfach gespiegelt wird. Der Spiegel als Metapher für die Ununterscheidbarkeit zwischen Realität und Imagination, aber auch als Metapher für die Verfremdung des Gewohnten, der Irritation durch Selbsterkenntnis durchzieht den Roman. Spiegel-Bilder finden sich nicht nur im Betrachten der handelnden Personen vor dem Spiegel, der ihnen das Wunschbild ihrer Sehnsüchte oder das Zerrbild ihrer Obsessionen reflektiert, sondern auch in Fotografien, die Erinnerungsfragmente evozieren und Gegenwärtiges im Spiegel des Vergangenen interpretieren. Der Spiegel wird jedoch auch zur Metapher fur die Kommunikationsunfähigkeit der Personen, deren Beziehungen sich als narzißtische Selbst- Bespiegelungen und Inszenierung der eigenen Person enthüllen und zumeist in Selbstzerstörung enden. Konsequenterweise wird das Spiegel-Motiv auch zu einem formalen Prinzip des Romans erhoben: Handlungsfragmente, Assoziationen und Reflexionen gehen ineinander über, werden aneinandergereiht, interpretieren sich gegenseitig. Durch Auflösung des Handlungsgefüges entsteht der Eindruck, daß sich die Szenen zu einem sich endlos spiegelnden Kaleidoskop zusammenfügen. Dieses Kaleidoskop der Banalitäten Und der psychischen Grenzsituationen, der Sexualität und der Gewalt, der Entfremdung und der Ausweglosigkeit bringt die existentielle Befindlichkeit des intellektuellen Großstadtmenschen zum Ausdruck. Die 1959 geborene Autorin beschreibt das Lebensgefühl ihrer Generation, die von ihrer politisierten Vorgänger-Generation zwar die Denkmöglichkeit von (politischen und sozialen) Utopien erfahren hat, aber um die Unmöglichkeit zu ihrer Verwirklichung Bescheid weiß ("Meinungen lagen in Mappen gesammelt, m an strahlte Proteste aus im Fernsehen", S. 9). Das Mißtrauen gegen Utopien verleitet zur Flucht in die imaginären Wunsch-Welten der Musik, der Sexualität, der Drogen, der Reisen, des Nachtlebens und der Mode. Äußerlichkeiten verbergen und enthüllen die Bedrohung der eigenen Existenz: "Körper, Drogen und Musik waren die einzigen Abenteuer, die es gab, für diese Menschen, die die Nacht bewohnten" (S. 90). Im Großstadtleben wird Kommunikation durch Gewalt, Liebe durch Sexualität ersetzt. Und auch sexuelles Erleben reduziert sich auf körperlichen Konsum: "Gegenseitig gebraucht zur Lust, nur das, konzentriert, nichts sonst, eine Wanderung durch die Landschaft des Körpers. Ein Vorsprung und eine Höhle, cin Vorsprung und eine Höhle, Männer und Frauen, und war auch das eine mit dem anderen erfüllt, so blieb dennoch das Rätsel des Verschiedenseins bestehen. Verworfen und genommen, drehten sich ihre Bewegungen um jenen Ausschnitt Fleisch" (S. 182).Die scheinbare Komplexität des gesellschaftlichen Lebens decouvriert sich als ununterbrochene Jagd - als Jagd nach Lebensmitteln und als Jagd nach körperlicher Befriedigung; als "Beute" führen die Jäger und Jägerinnen des Großstadt-Dschungels Einkaufspakete oder (ständig wechselnde) Sexualpartner nach Hause. Haut an Haut läuft das Leben in der Stadt ab: Haut an Haut stauen sich die Menschen in der U-Bahn und Haut an Haut vollziehen sich ihre Sexualkontakte. Die Haut bildet die äußere Umgrenzung der Person. sie schützt, grenzt ab, erweckt die Illusion von der Integrität der Person;-ist jedoch zugleich verletzlich, schutzbedürftig. Die Grenze zu durchdringen, "hinter die Haut ZU sehen" (S. 210), die psychische Schutzschicht an Verkleidungen und Verdrängungen zu durchschauen, gelingt nur selten. Als zweite Haut fungiert die Mode, die Maske der Haut, die das Verwandlungsspiel der Person, das Sichtbarwerden ihrer Vielschichtigkeit möglich macht: "Und trotz alledem [...] gefiel es mir, in jedem Kleid eine andere zu sein, eine weitere Schicht der Maske zu tragen, die Haut war und Inneres zugleich, etwas, das nicht zerriß, sondem nachgab, geschmeidiger wurde in mehrfachem Sein" (S. 85). Ort der Handlung ist Berlin nach dem Fall der Mauer, die Personen des Romans - Flaneure, Studenten, Musiker, Fotomodelle, Journalistinnen, Frauenmörder und die Ich- Erzählerin, die sich der "Illusion, irgendwo zu sein, bloß nicht in der Zeit" (S. 105), hingibt - leben im Bewußtsein ihrer Exterritorialität. Ständig unterwegs, eingeordnet in den "Rhythmus der Stadt" (S. 89), der Zusammenhanglosigkeit preisgegeben, auf der Suche nach immer neuen Sensationen und Erlebnissen erkunden sie die Oberfläche und die Untergründe der Stadt. Die Bars, Cafes und Musikkneipen sind die Schnittpunkte im Leben der Flaneure - Orte der flüchtigen Begegnung und der sexuellen Kontaktaufnahme. In Sabine Scholls Roman schachteln sich Lebensläufe ineinander, schlaglichtartig werden Figuren in den Erzählstrom aufgenommen, unbewußt verliert sich ihre Spur wieder im Treiben der Großstadt. In Fortführung der sprachlichen Experimente und der Sprachgenauigkeit der frühen Moderne (vor allem des Expressionismus) erkundet die Autorin neue Möglichkeiten des literarischen Schreibens, die von der Assoziationskraft des Satzes und einer expressiven, aus der Konvention des Alltagsgebrauchs befreiten Sprache ihren Ausgang nimmt.

Armin A. Wallas

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Bikini, Hut und Tarnkleid ZU SABINE SCHOLL

Textilien, Farben, Accessoires, Materialien, Schmuck, Körper. Sind Sie Gut im Bild? Mit Sabine Scholls "Handbuch. in jedem Fall. Vor dem Spiegel? Auf dem Laufsteg? In Gesellschaft? Zu jeder Gelegenheit der passende Text. Nach Stichworten geordnet.Uber siebzig. Kun, assoziativ, radikal. Manchmal auch romantisch. Oder gestylt. Da wird drapiert, retuschiert, verführt. Mittels einer Sprache, die reizt, verdichtet, ihren eigenen Willen hat. Haute Couture oder besser: Avantgarde-Design. Jedenfalls keine Konfektionsware von der Stange. Ein Hauch von Exzentrik. Das steht nicht jedem, aber der Mut zum Risiko wird belohnt. Kleiderständer? Sicher werden darunter auch Menschen sichtbar.

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LITERARISCHES MODEJOURNAL

Sabine Scholls drittes Buch "Gut im Bild". Ein Handbuch. (Ritter Verlag, Klagenfurt, 1994), entstanden in Wien und Berlin 1987/88, vereint erneut Texte, die dem Surrealen nahestehen. Die Autorin nimmt das Prinzip des Lexikonromans (z.B. Okopenko) auf und gestaltet ein literarisches Modejournal. Thema ist wiederum der Körper, an dem bzw. an dessen Verkleidungen Geschichte dargestellt wird.
Sabine Scholl ordnet kurze Texte unter Stichworten an, die von "Anzug", "Badeanzug" über "Brille" bis zu "Wolle" reichen. Durch die Verbindung von konkreten Begriffen mit Abstrakta oder durch bewußte Regelverstöße gegen die Grammatik eröffnet sie neue Zu sammenhänge: "PELZ. Zwischen den Autos parken die Frauen in leichten Pelzen. Sie lehnen voll Schwung am Fond und wissen, sie sind in der Stadt. Auf wessen Seite aber?" Auch in diesem Buch stellt Sabine Scholl weit mehr Fragen als sie Antworten gibt. Dazu und zum Spielcharakter der Texte paßt, daß sie die Entscheidung zwischen Prosa oder Lyrik in der Schwebe läßt.

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Sie muß die Figur sein

Zu Sabine Scholls Erzählband „ Alle ihre Körper"

von Christian Steinbacher

Mnenosyne, Heft 16 1994

Wenn der Name mir entfällt, gilt immer noch das Kleid. So hofft und spricht eine der beiden Protagonistinnen von Scholls letztem Prosaband „Alle ihre Körper", denen ihre Kleider unter dem Schönheitsdiktat ihrer Rollen zu Kostüm und Maskerade werden. Die beiden über Kontraste als auch parallele Strukturen verbundenen Erzählungen entwerfen zwei durch den selben Flugzeugabsturz beendete Lebenswege: den von Calida, die früher Lidia, und den von Dallas, die früher Mimi hieß. Aus den Quellenvermerken des Buchs schließen wir, daß den Entwürfen der Figurinnen die Lebensgeschichten der Sängerinnen Dalida und Maria Callas zugrundeliegen, und die Kreuzung der Anfangsbuchstaben weist wohl nicht nur auf motivische Spiegelungen in den Erzählungen, sondern auch auf eine grundlegende Zuweisung von Name, Rolle und Sicht, als beide ,Heldinnen' nach ihrer Kindheit bzw. Jugend ein zweites Leben unter neuem Namen beginnen. Die von einem vorangestellten Foto Dalidas ausgehende erste Erzählung lenkt nach ihrem jähen Einfall in das private Unglück der Sängerin Calida deren Blick zurück auf die kleine wohlgeformte, jedoch schielende Lidia, die die Fotos ihrer Kindheit zerreißt: Sie träumt von Korallen, will schön und eine andere sein. Dafür braucht die Ägypterin aber ein Kleid und ein Lied und einen neuen Namen. Das vorbestellte Kleid - sie fühlt den Text auf ihm - wird gefüllt, ihr Lied hat Erfolg, die Zukunft ist gefallt: Sie wird Muster und öffentlich, und sie heiratet und stört das Wunder, bis Wut folgt. Die Öffentlichkeit aber fordert die Beibehaltung dessen, was sie ihr als Stern darstellt. Doch die Geliebten bringen sich um, sie wird älter, singt von der Trauer, da das Unglück zum Erfolg hilft; und sie glänzt arn Himmel, weil sie glänzen muß, aber der Wert hat keine Bedeutung. Ich fange gleich bei Calida an, versprach sie später, aber Lidia hatte es dort gegeben, von woher sie stammt. Auch Dallas arbeitet sich aus ärmlichen Verhältnissen empor. Als Mimi ist sie der nicht eingetretene Sohn und der durch den frühzeitigen Tod des Bruders erzeugte Spalt, aber auch ein altgewordenes dickliches Kind, dessen Körper nichts verspricht. Auch Mimi versenkt die Schnur zu ihrer Mutter, indem sie einen neuen Namen beginnt. Der Schönheitskurs lehrt sie das schwache Geschlecht, die Mode lernt sie aus Intelligenz und dank ihres Mannes, dem sie den Aufstieg verdankt. Eine Liebe zu einem anderen ersteht ihr zu einem Zeitpunkt, da die Mutter nicht mehr stört, da sie davon erfaßt wird, obwohl sie bisher davon sang, und da die Reporter bereits ihr Fressen daran finden können. Doch der Neue vermag den Erfolg nicht zu tragen, der sie zum Menschen als Figur stimmt. Auch sie möchte manchmal Mimi sein und mit einem Schicksal als Frau münden, bleibt aber als ,Diva' nur allseits geliebte Verpackung, der dort, wo sie fallen soll, der Atem ausgeht. Die beiden Texte kreisen um Körper, Kleidung, Stimme wir erfahren von der uneingeschränkten Stimmwelt des Kleinkinds, davon, wie eine Sängerin atmet, aber auch davon, daß in deren Stimme nur erfüllt wird, was allen fehlt - und damit einhergehend auch um die Sprache selbst, was sich - eine ,Diva' gehört ja allen und alle weben daran, bis sie spricht, wie man von ihr spricht sowohl in der Sequenz für Sequenz neu gestimmten Perspektivierung als auch in der konzentrierten Fügung und Bearbeitung jedes einzelnen Satzes zeigt. Satz für Satz driftet hier aufeinander und lenkt und färbt die Erzählung immer wieder neu in detailscharfer Phrasierung; Scholl heftet ihre kurzen, manchmal auch gekappten Sätze (Die Sonne bleicht) stakkatoartig aneinander zu komprimierten Textgefügen, die sich an den Einstellungen der Szenen und Bilder (Sie weiß, daß sie schön werden muß. Im Abgang steht die Schuld. So erzählen die Bilder.) genauso orientieren wie an der diese mitentwickelnden Mikrostruktur der einzelnen Sätze. Es mag allein schon das Thema von ,Stimme' und ,Gesang' sein, das Scholls Prosaminiaturen immer wieder die Grenze zu einem ,Poeme en prose' überschreiten lassen, vor allem liegt es aber an der für die Autorin charakteristischen Stimmführung dieser Texte, an deren Verdichtung bis hin zur verkehrenden Repetition der Uberschriften (die da etwa ,lauten': SCHÖNHEIT, DIE STIMME IST IHR GEBRAUCH oder einfach FERTIG, NULL) indem von diesen eingeleiteten Sequenzen und an der ,Höhung' in intensive Bilder (Der Manager: Und ich stach ihre Kehle, weidete sie aus), welche aufgrund der kalkuliert-präzisen Sprachwelt Scholls die einem artifiziellen Textgemenge notwendige Distanz zum Text aber nie verlassen. Uber eine Fillle aneinander kurzgeschlossener Redeweisen strickt und verstrickt Scholl die Figurinnen in deren Sprachmuster, kein Ventil entläßt uns aus dieser kontrahierten (Sprach-)Schau, die zeigt, wie eine ,Diva' in den nicht zuletzt eben auch durch Sprache vorgeprägten Kleidern glänzt, aber dann, wenn der Glanz schrumpft (und trotzdem sie ihre unverwechselbare Stimme gewinnt, die sie nicht wechseln kann wie die Kleider), ihr ,ich' plötzlich fehlt: Das Spiel mit der Schau bedeutet zu schlüpfen, den Beweis zu bringen, daß man sein kann, was man nicht ist. Das Spiel mit dem Gesang bedeutet, woanders zu stimmen als dort, wo der Tag vorgibt, zu sein. Das Spiel mit dem Wort bedeutet, zu werden, was man schreibt.

Sabine Scholl: Alle ihre Körper, Ritter Verlag, 152 Seiten.

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Der Standard Donnerstag, 6 März 1997


"Die Fee macht Fehler"

Sabine Scholls Callas-Text in der Alten Schmiede

Wien - Sicher, wie die Grundsätzlichkeit sich ihrer Sache ist, verfährt sie gern leise. Und man erkennt sie doch. Wort folgt beharrlich auf Wort und offenbart den Plan: Rollenprosa ist ein Lieblingswort der Literaturkritik, im trivialen Sinn; Sabine Scholls Callas-Text läßt eine Sängerin in Ichform sprechen und zeigt: Es gibt, genau gedacht, nur "Rollenprosa".Schlüpft man in ein Kleid, das man einmal trug, ist es schon ein Kostüm der eigenen Vergangenheit. Busenoperation - der Körper selbst kosmetisch korrigierbare Fläche. Das Ich der Frau schüttelt das Wort "Fee" nicht ab, das es auf sich"geworfen" findet. Selber schuld, wenn man der Projektion nicht genügt: "Die Fee macht Fehler", sagt sie dann von sich. Und übernimmt die Taxierungen der Medien, deren Einfühlsamkeit nun recht zum Ausdruck kommt: „lm Film bin ich kein Erfolg." Oder: ,,Meine Brüche stechen unangenehm hervor." Insofern es um die Callas geht, die landauf, landab gerade in Terrence McNallys Bühnenerfolg Meisterklasse im Blickpunkt steht, empfiehlt sich derText (unter dem Titel Alle ihre Körper gemeinsam mit einer weiteren Erzählung 1996 im Ritter Verlag erschienen) als ergänzende Lekture. Wenn das nicht viel zuwenig wäre. Hinter dem, was man(n) so genau nicht wissen will, verbirgt sich immer Entscheidendes. Bemerkenswert, wie er schloß, hatte der Leseabend in der Schönlaterngasse auch begonnen: Auf Wunsch Kurt Neumanns brachte Sabine Scholl ein Resümee der von ihr 1995/96 betreuten Veranstaltungsreihe Körper Fremde Frauen zum Vortrag. Eine reichhaltige Gedankensammlung, spielend mit der Form des Bewerbungsschreibens, illustriert mit autobiographischen Elementen, zu denen auch eine Ankundi: gung zählte: die fast abgeschlossene Arbeit an einem neuen Roman mit dem Arbeitstitel Sucher. (elce)










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